Stationen deutscher Identität im Maßstab 1:87

Es gibt historische Ereignisse, die für eine Nation eine so starke Rolle spielen, dass sie untrennbar mit ihrer Identität verbunden sind. „Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers. Auch der zweite Weltkrieg ist aus dem kollektiven Gedächtnis der Deutschen nicht wegzudenken. Das mag banal klingen, interessant wird es jedoch bei einem Vergleich mit anderen Nationen. Im kollektiven Gedächtnis eines Großteils der Franzosen nimmt der erste Weltkrieg heute eine größere Rolle ein als der Zweite. In Deutschland hingegen ist eine kollektive Erinnerung an den ersten Weltkrieg zwar vorhanden, aber diese ist nicht vergleichbar mit dem Stellenwert, den der zweite Weltkrieg im kollektiven Gedächtnis der Deutschen hinterlassen hat. Auch die deutsche Teilung mit ihren Auswirkungen ist nicht aus unserer kollektiven Erinnerung wegzudenken. Natürlich gibt es nicht nur die historisch dunklen Aspekten deutscher Geschichte und schon gar nicht deutscher Identität. Keine Bildserie könnte umfangreich genug sein, um alles abzubilden. Neben dem Sport fallen mir z.B. Trommlerchorps, Musik- und Schützenvereine mit ihren Umzügen ein, die besonders im ländlichen Raum verbreitet sind. Meine Serie „Stationen Deutscher Identität im Maßstab 1:87“ nimmt exemplarisch einige wenige Aspekte deutscher Identität auf.

Die Modelleisenbahn und -Zubehör als Gestaltungsmittel:
Modelleisenbahnanlagen haben in Deutschland eine lange Tradition als Kinderspielzeug und als Hobby für Erwachsene, die größte Anlage der Welt steht im Miniatur-Wunderland in Hamburg. Der klassische und häufigste Maßstab für Modelleisenbahnen ist 1:87. Zumeist bilden Modelleisenbahnlandschaften idealisierte heile Welten ab.In meiner Serie habe ich mich aus dem Zubehör dieser Welt bedient und künstliche Landschaften aus Pappe, Plastik und ein bisschen Metall abgebildet. Und dazu auch noch mit unscharfen Bildanteilen.
Wenn beim Betrachten trotzdem sofort klare Assoziationen vorhanden sind, könnte unser kollektives Gedächtnis ein Grund dafür sein.Dieses Projekt habe ich im Rahmen des Seminars zum Thema „Die Kunst Deutscher zu sein“ an der Fachhochschule Dortmund realisiert.

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